You and I will be
Matt hatte kein gutes Gefühl bei der Sache. Nicole mit ins Stadion nehmen! Er wußte ja, was Frauen von Fußball hielten und noch mehr, was sie davon verstanden. Er glaubte es jedenfalls zu wissen. Mit Grauen dachte er über die drei schlimmsten unqualifizierten Kommentare aus dem Mund einer Frau über König Fußball nach. Erstens: Er wurde gefragt, wo denn auf dem Platz der Elfmeterkreis sei. Zweitens: Während einer Liveübertragung fragte eine, wer denn der Abseits sei, der würde so oft genannt werden. Drittens: Der Klassiker, die Frau, die mal das Sportstudio moderierte und Schalke 05 sagte. Sogar der Spiegel sprach danach von der "Sendung mit der Maus".
Nun gut, irgendwie war es doch soweit gekommen. Nicole rief wie ausgemacht Ende der Woche an und fragte, ob er nicht Lust hätte, am Samstagnachmittag mit ihr in die Paul Klee Ausstellung im Stadtmuseum zu gehen. Wanderausstellung und hochinteressant waren die Zauberworte, mit der sie ihn für diese Aktion ködern wollte. Zumal er ihr auch sooo von seiner Vorliebe für deutsche Maler der Jahrhundertwende erzählt hatte. Und neulich bei Jörg hätten sie es ja schließlich fast schon fest ausgemacht.
Der Schuß, sie mit vorgetäuschtem Interesse zu beeindrucken, machte sich gerade daran, nach hinten loszugehen. Zwar hatte er in einem Lexikon auch einmal etwas über irgendwelche Pressionisten nachgelesen, um etwas Bildung vortäuschen zu können, doch er hatte nie damit gerechnet, dass er leibhaftig mit ihr durch irgendwelche Museumsgänge dackeln sollte.
Es gibt Entscheidungen, die eigentlich keine sind, aber dennoch schwerfallen. So verlockend das Angebot auch war, alleine mit Nicole ins Museum zu gehen und vielleicht den entscheidenden Schritt weiterzukommen, konnte er nur ablehnen.
"Nein" sagte er, "ich habe da schon was vor. Ich habe meinen Freunden versprochen, mit ins Stadion zu gehen. Es kommen immerhin die Stuttgarter, da geht es dann immer hoch her. Und es geht gegen den Abstieg! Aber wir könnten doch am Sonntag..." versuchte er das Date zu retten.
"Fußball! Ah ja!" schnitt sie ihm das Wort ab, "dann komme ich da mit!"
Überrumpelt wie er war, ließ er sich darauf ein und bot an, ihr eine Karte zu besorgen. Es sei sehr schwierig, so kurzfristig noch eine zu bekommen, meinte er. Aber er wisse schon, an wen er sich wenden könnte.
Nachdem das Gespräch beendet war, durchzog ein Gefühl der Leichtigkeit seinen Körper. Obwohl sie nichts Persönliches miteinander geredet hatten. Obwohl er es wieder versäumt hatte, ihr etwas Besonderes zu sagen. Und ihm nach dem Auflegen wieder tausend Dinge eingefallen waren. Kleine nette Dinge, die er ihr hätte sagen können, über die sie sich bestimmt gefreut hätte. Aber er hatte sich ihr gegenüber als Fußballfan geoutet. Doch immerhin hatte sie sich bei ihm gemeldet und er hatte, was er schon immer wollte: Eine Verabredung. Zwar nicht unter vier Augen, wie es ihm am liebsten gewesen wäre, aber immerhin. War sie für ihn bereit, sich einen Nachmittag 30.000 gröhlenden Proleten auszuliefern? War es ein naives Ja, weil sie nicht wußte, was sie erwarten würde? Oder würde sie es sich noch anders überlegen?
Und wieso eigentlich war sie jetzt auf ihn zugekommen? Hatte er sich nicht zuvor mehrmals erfolglos um sie bemüht? Sie hätte doch nur zum Kaffee trinken ja sagen müssen, und er hätte sie auf Händen getragen. Aber nein, Madame wollte nicht, statt dessen war sie jetzt auf ihn zugekommen. Frauen kamen ihm manchmal wie ein Glücksspielautomat vor. Eine Blackbox, bei der es keinen offensichtlichen Zusammenhang zwischen Input und Output gibt. Manche gewinnen Unsummen, wenn sie nebenbei 30 Pfennige reinschmeißen, andere stecken reihenweise die Fünfmarkstücke in die Maschine und verlieren andauernd. Nur ab und zu bekommen sie ein paar Sonderspiele zugesprochen, damit sie nicht den Mut verlieren, bei der Sache bleiben und den nächsten Heiermann springen lassen. Zwischendurch heitern sie die blinkenden Lichter auf, und am Ende kommt dann doch die Game-over-Melodie. Er hatte noch mal das Fünfmarkstück investiert, aber sich vom Automaten abgewandt, bevor es aufgebraucht war. Und nun blinkten die Lichter heller den je, waren die Melodien abwechslungsreicher und fröhlicher als je zuvor.
Bei allem, was er an den nächsten Tagen tat, begleiteten ihn diese und noch viele andere Fragen. Die Karte zu besorgen! Konnte sie sich überhaupt vorstellen, welch enormen Aufwand dies bedeutete? Gegen den VfB. Seit drei Wochen ausverkauft! Schwarzmarkt. Wucherpreise ohne Studentenermäßigung!
Als erstes rief er der Reihe nach seine Kumpels an. Ob noch jemand eine Karte übrig hätte. Oder zumindest jemanden wüßte, der eine übrig haben könnte. Fehlanzeige! Statt dessen neugierige Fragen, wozu er denn eine noch eine bräuchte. Er hätte doch schließlich eine Dauerkarte.
Als zweites schaute er diverse Anzeigenblättchen durch. Hier annoncierten diejenigen, die sich beim Kartenkauf vertan hatten. Meist aber fand dort die erste Stufe des Schwarzmarktes statt. Ohne ihn. Falscher Block oder falsches Auftreten der Verkäufer. Er haßte die Typen, die von ihm den zehnfachen Preis verlangten. Noch mehr haßte er es, jetzt eventuell auf sie angewiesen zu sein.
So begab es sich, dass er am Vormittag des Spieltages zwei Stunden vor der ausgemachten Zeit immer noch keine Karte für Nicole hatte. Inzwischen war er bereit, jeden Preis zu bezahlen und alle schmierigen Hände und Füße zu küssen.
Weder sie noch seine Kumpels sollten mitbekommen, dass er sich übers Ohr hauen ließ. Aber das war es ihm wert. Sie hatten das Oasis als Treffpunkt ausgemacht, und er machte den Umweg über das Stadion. Eigentlich Unsinn, erst dort hinzulaufen, die anderen zu treffen und dann noch mal herzukommen. Stolz und Eitelkeit waren schuld. Langer Rede, kurze Sinn, er bekam, was er wollte, und der Schwarzhändler bekam auch den Preis, den er wollte. 50 Mark geradeaus, bar auf die Hand, und er hatte eine Karte für sie, die normalerweise 9 Mark kostete.
Dann ging er zum Oasis, Jörg und Fred waren schon da und schwenkten ihre Fahnen. Jan und Mark trudelten auch bald blau-weiß ausstaffiert ein, und alle gingen davon aus, nur noch auf Chris zu warten. Matt mußte erklären, dass sein Fantrikot ausnahmsweise in der Wäsche sei. Heute verzichtete er auf seine komplette Uniform, um sich von den anderen Fußballfans zu unterscheiden. Um auszustrahlen, daß Fußball für ihn zwar die schönste Nebensache, aber eben nur eine Nebensache war, hatte er sich nur einen Schal um das linke Handgelenk gebunden.
Nicole kam um die Ecke gebogen, und seine Mundwinkel gingen nach oben. Er stellte sie den anderen vor, als Nachbarin, so, wie sie sich auch auf der Party bezeichnet hatte.
Vollzählig marschierten sie zum Stadion, nachdem auch Chris endlich da war. Das Gesprächsthema war schnell gefunden, die tiefe Wunde der sportlichen Auseinandersetzungen mit dem VfB. Diese Wunde war tiefer als die der Engländer, Elfmeterschießen und Niederlagen seit 1966 gegen Deutschland betreffend.
"Ich bin nur einmal nach Stuttgart gefahren. In der ersten Häßler-Saison. Wir haben besser gespielt, klar dominiert, aber 4:0 verloren. Das war eine Farce! Ich würde mich für so viel Glück schämen, aber die Schwaben waren so dumm und arrogant, grundlos."
"Es geht doch gar nicht ums Ergebnis, wenn man nach Stuttgart fährt. Vor zwei Jahren war es klasse. Wir waren zu zehnt. Einer hatte vom Malerbetrieb seines Onkels so weiße Overalls besorgt. Die haben wir angezogen und noch mit blauer Farbe besprüht. Ausgesehen hat es dann wie diese Kinderfiguren, die wir in England gesehen haben. Chris, du weißt, was ich meine?"
"Teletubbies?"
"Ja, ich glaube, so hießen die. Jedenfalls waren wir zwei Wochenendtickets voll Leute und hatte zwei Kisten Bier dabei. Was glaubst du, wie schnell wir das Großraumabteil für uns allein gehabt haben? Schon ein komisches Gefühl, wenn auf einmal alle Welt Angst vor dir hat, nur weil du Bier trinkend und singend im Zug sitzt."
Alle redeten durcheinander, jeder hatte zu diesem Thema etwas zu sagen.
"Immerhin haben wir die unanständigen Strophen des Badenerliedes und "Wir machen eure Stadt kaputt" gesungen!"
"Und je näher wir nach Stuttgart kamen, desto mehr Schwaben sind eingestiegen, aber alle waren sie ruhig, keiner von denen hat den Mund aufgekriegt."
"Ja, und am Bahnhof haben uns die Bullen abgeholt."
"Aber nicht, weil wir so schrecklich gefährlich sind, sondern um uns vor den Stuttgarter Assis zu beschützen!"
"Sauschwaben!"
"Du sagst es."
"Dann wurden wir in verschiedene U-Bahnen segregiert und zum Stadion gebracht. Was das den deutschen Staat wohl gekostet hat."
"Bevor wir dann rein sind, hat doch noch so ein anderer seine Pfandflaschen kaputt gemacht, weil er den Schwaben kein Pfand schenken wollte."
"Dann kam der Bulle mit seinem Reiterhelm und hat ihn streng angeschaut, und der Typ sammelt artig die Scherben auf, ohne dass der groß was sagen brauchte!"
"Und wir im Pulk daneben, Paule Schokemühle feiernd!"
Das Patriarchat reagierte, die illustre Runde marschierte durch den Schloßgarten, und Matt übersetzte für Nicole. Woher die Abneigung zwischen Schaben und Baden käme, dass es für sie allerdings nur Spaß sei, weil es lustig war, einer unbedeutenden Sache Bedeutung zu geben. Dass er im Prinzip der Ansicht war, dass viele Badener eine grundlose Schwabenphobie hegten, aber er das Spiel mit den Klischees genoß. Dass er die Sache durchschaute und intelligent genug war, über den Dingen zu stehen.
Am Einlaß wurden sie stärker als üblich kontrolliert. Nicht alle standen nämlich so über den Dingen wie Matt und seine Freunde. Stolz erzählte er, dass er gegen Bremen mal einen Fisch mitgenommen hatte und diesen aufs Spielfeld geworfen hatte. Ein wenig kindisch und verwegen durfte er schon auch noch sein.
Mit dem nötigen Gerstenproviant für die erste Halbzeit drängten sie sich in den Block, ausverkauft und mächtig was los. Die Stimmung war schon vor dem Anpfiff super, das Badenerlied wurde lauthals mitgesungen, dann das KSC-Lied, die Gladiatoren liefen ein. Nicole stand schräg und unterhalb von Matt, er konnte sich prima vorbeugen und ihr ins Ohr flüstern. Er war aber unfähig etwas zu sagen, weil er rundum glücklich war. Die Frau, die er begehrte, war so nah bei ihm, dass er sie fühlen konnte. Fast kam es ihm so vor, dass sie sich absichtlich ein wenig an ihn nach hinten lehnte. Und sein KSC dominierte die Anfangsphase. Der VfB kam überhaupt nicht zur Entfaltung, die Spieler griffen frühzeitig an, liefen füreinander, sie wollten gewinnen, das war deutlich zu spüren, es ging doch noch! Jeder im weiten Rund war überzeugt, wenn die Jungs in der Saison nur halb so engagiert wie heute zu Werke gegangen wären, sie hätten nicht um den Klassenerhalt zittern müssen. Dann marschierten noch die Cheerleaders ein, minderjährige Mädchen, die an der Außenlinie rumtanzten, und sich, wenn das Spiel schlecht war, aus dem Fanblock sexuell anpöbeln lassen mußten. Jetzt nahm sie kaum einer war. Die VfB-Abwehr stand mächtig unter Druck, und sogar das Schwabenurgestein Guido Buchwald stieg äußerst hart in die Eisen. Fredi Bobic schied verletzt aus, es war keine Viertel Stunde gespielt, und es stand 1:0. Ein herrlicher 20-Meterschuß von Thomas Hengen, nach einer Vorlage von Thomas Häßler, keine Chance für den Keeper. So sollte es sein: Keine Chance lassen, zeigen, wer Herr im Haus war. Der Wildpark stand Kopf, wildfremde lagen sich in den Armen, Matt mittendrin. Als er alle seine Kumpels gedrückt hatte, hob er Nicole gegenüber die Hand zum Abklatschen. Umarmen, das wollte er richtig machen. Hier wäre es möglich gewesen, aber nicht auf der Ebene, auf der er es wollte. Also hielt er sich damit zurück.
Nach wie vor machte das Spiel Freude wie schon lange nicht mehr. Er überlegte, wann es das letzte Mal so genial gewesen war. Das 3:0 gegen Rom? Der Pokalsieg gegen die Bayern? Das 5:0 gegen Dortmund? Den Valenciavergleich zog er nicht heran, der war heilig. Der KSC drückte weiter, die Mannschaft war geil auf weitere Tore, und aus der Gästekurve war kaum noch etwas zu hören. Dann war Halbzeit, zwei der Jungs gingen neues Bier holen.
"Wie gefällt es dir? Wußtest du, was dich erwartet?"
Matt wollte sich nach Nicoles Wohlbefinden erkundigen, schließlich waren es keine Jahrhundertwendebilder, die sie sich zusammen anschauten.
"So ungefähr schon. Früher hat mich mein Vater daheim auch mit zum Fußball genommen. Es ist nicht so schlimm für mich wie du vielleicht denkst."
In der Tat machte sie keinen unglücklichen Eindruck.
"Wenn du willst, können wir auch über Einkaufen reden."
Sie verstand die Anspielung auf Trainspotting, lachte kurz, und sie hatten ein wunderbares Gesprächsthema für die Halbzeit. Selbstverständlich sprach keiner von ihnen die Sache mit dem Theater an, oder was dabei schiefgelaufen war. Sie nannten sich gegenseitig ihre Lieblingsszenen, plapperten sich diese gegenseitig vor und amüsierten sich köstlich. Dabei verrannten sie sich in einen Uneinigkeit, wer denn nun das Buch geschrieben hatte, und wer der Hauptdarsteller war. Zu Anfang hatte sich Matt nur versprochen, weil er Ewen McGregor mit Irvine Welsh durcheinander gebracht hatte, aber als sie sich darüber so erstaunt gezeigt hatte, wollte er weiter streiten.
"Wir können wetten: Ewan McGregor war der Schauspieler, Welsh hat das Buch geschrieben!"
Sie hatte ihr Hand zum Einschlagen bereit ausgetreckt, ihre Augen waren eneregisch. Er wußte, dass sie recht hatte.
"Ok, um was? Mark ist Schiedsrichter, der hat den Film auf Video, der weiß das bestimmt genau."
"Der Verlierer muss den anderen zum Essen einladen."
"Gut."
Er schlug ein, wohl wissend, dass er verlieren würde, wohl wissend, dass sie sich demnächst von ihm zum Essen einladen lassen müßte. Mark kam mit Bierbechern bepackt zurück.
"Mark, wer hat bei Trainspotting das Buch geschrieben?"
Matt hatte die Frage gestellt, beide blickten Mark gespannt an.
"Irvine Welsh. Wieso, weißt du das nicht?"
Verständnislos, solche elementaren Dinge nicht wissen zu können, schüttelte Mark den Kopf und wandte sich den anderen zu.
"Gewonnen! Siehst du, ich hab' recht gehabt."
Nicole war kurz aus den Knien nach oben geschnellt, aber ohne richtig zu hüpfen.
Ich habe auch gewonnen, dachte sich Matt. Er legte großmütige Enttäuschung an den Tag.
"Gut, dann muss ich dich wohl zum Essen einladen."
Auch der zwischenzeitliche Ausgleich konnte den KSC nicht aus der Erfolgsspur bringen, und am Ende fiel der Sieg mit 4:2 sowieso noch viel zu niedrig aus. Mit dem Schlußpfiff drückten sich noch mal alle, diesmal auch Matt und Nicole, seine Mundwinkel hatten endgültig die Ohren erreicht. Die Mannschaft bedankte sich erschöpft und mit stolzer Brust bei den Fans, und die Gesellschaft trudelte nach ausgiebigem "Niemals 2. Liga!"-Singen im Oasis ein. Der Laden platzte aus allen Nähten, der komplette Fanblock schien hier zu sein, um in "ran" noch einmal die Tore zu sehen. Den Gewaltschuß von Thomas Hengen, die erneute Führung von David Regis, den von Thomas Häßler abgeschlossenen Konter und den Volleytreffer von Gunter Metz. Die Glotze lief ohne Ton, Tom versorgte das Publikum mit allen möglichen Fußballsongs, alle gröhlten mit und tanzten. Nur Matt nicht. Von Glück gelähmt saß er an der Seite und schaute zu. Sie fragte besorgt, was mit ihm los sei, ob er sich nicht auch freute, und warum er nicht mitmachte.
Es fiel ihm schwer, ihr zu erklären, dass mit ihm alles in Ordnung, er aber nun ein wenig müde war. Ob es stimmte, wußte er nicht, doch sie ging, weil sich für den Abend ihre Eltern zu Besuch angekündigt hatten. Bevor sie ging, machten sie noch aus, dass er am kommenden Dienstag seine Wettschulden begleichen durfte. Ob sie Pizza möge, das könne er ganz gut.
Als sie gegangen war, blickte er noch einige Minuten zufrieden in Richtung Tür. Dann war auch er bereit, mitzusingen und mitzutanzen, bis er sturzbetrunken war (Tom hatte einige Flaschen Ramazzotti rausgemacht) und heimgehen wollte. Interessiert fragte der eine oder andere seiner Kumpels, was denn da mit der Kleinen laufe. Sie sei wirklich sehr süß, und ob er nicht einen Tipp hätte, wo man so was kennen lernen könnte.
Schon wieder bekam er die Bestätigung von außen, dass da etwas ein könnte. Dann mußte er noch seinen Deckel bezahlen.
"23,80."
Moni war unerbittlich, aber Matt war eh nicht mehr fähig, richtig hinzuhören. Er hatte irgend etwas mit 29 verstanden.
"30!"
Er hielt einen 50-er hin. Gerade so bemerkte er den skeptischen Blick der Bedienung. Sie wiederholte.
"23,80."
"Und? Ist das zu viel Trinkgeld?"
Natürlich war es zu viel, denn sonst bekamen die Bedienungen solche Trinkgelder nur von Typen, die sie plump angebaggert hatten und sie kaufen wollten. Matt wollte allerdings nicht zugeben, dass er sich peinlich verhört hatte. Sie akzeptierte.
Tanzend und singend lief er durch die dunklen Straßen nach Hause, begegnete ab und zu anderen betrunkenen KSC-Fans, und er dachte an sie. Er sprach ihren Namen wie ein Stoßgebet gen Himmel und reimte dazu: Nicole, toll. Nicole, die Kurzform davon ist doch Nicki. Nicole toll, Nicki,... Auch nicht schlecht.
Life, life goes on!
You're, you're the one!
You, you make me believe,
I, I will receive,
What, what I deserve,
Here, here on my earth.
But sometimes I cry for the wasted time.
Some time that I wanted to spend with you.
I, I feel I can fly!
Don't, don't ask me why!
See, see what we,
two, together can be.
Yes, yesterday,
Is, is far away!
But sometimes I cry for the waste time.
Some time that I wanted to spend with you!

Who feels love

Ein Roman von Michael Schwarz

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